Chorreise

Chorreisen

16. bis 20. Oktober 2004

Übervoll von dem Erlebten kehrten Ende Oktober 99 müde Reisende - Chormitglieder und mitreisende Angehörige und Freunde - zurück nach Oppershofen. Es soll hier ein wenig berichtet werden von begeisternden Chorvorträgen, überwältigenden Eindrücken, völkerverbindendem Gemeinschaftserlebnis, vom Höhepunkt des Chorjahres.

Basilika St. Paul vor den Mauern

Beim Betreten verschlug es uns fast die Sprache ob der Größe und Schönheit dieser säulengeschmückten Hallenkirche. Erster ehrfürchtiger Impuls von Chormitgliedern: "Wer bin ich? Hier soll ich singen?" Schon beim Einsingen - das Chorgestühl reichte gar nicht aus! - wurde jedem klar, wie schwierig es ist, in so einer großen Kirche zu singen. Der Chor hört sich selbst kaum. Da war es besonders wichtig, Dirigent Axel Pfeiffer wirklich die ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Unter seiner Leitung erklangen u.a. das 'Laudate Dominum' von Nysted, 'Jubilate Deo' von Di Lasso (was die Italiener sicher besonders freute) und zum Abschluss das 6-stimmige 'Marienlob' von Rachmaninov.

Der Priester erläuterte den italienischen Besuchern am Schluss noch die Bedeutung des Namens "Frohsinn". Das Wort habe etwas mit Freude und Fröhlichkeit zu tun. Und - zum Chor gewandt - das sei durch den wundervollen Gesang zum Ausdruck gekommen, grazie - danke! Selbst fremde Besucher kamen nach dem Gottesdienst, um sich auf deutsch oder englisch lobend über den Gesang zu äußern und zu bedanken. - Die Feier der Heiligen Messe in dieser Umgebung war für den Chor ein bewegendes Erlebnis. Die Liedvorträge wurden nicht nur mit musikalisch-künstlerischem Engagement sondern auch mit tiefer innerer Beteiligung gesungen.

Trevignamo

Konzertplakat

Der Ort liegt etwa 40 km vor den Toren Roms am Barraciano-See. Erster Eindruck im Ort: Überall Plakate, auf denen u.a. ein 'Coro Frohsinn aus Germania' angekündigt wurde! Unser italienischer Gastgeberchor hatte gute Vorarbeit geleistet. Beim Konzert, das von zwei italienischen Chören und dem Frohsinn bestritten wurde, war die Kirche überfüllt. Viele Zuhörer standen; die Chöre selbst verfolgten die Vorträge der anderen aus einem geöffneten Nebenraum. Man hätte die berühmte Stecknadel fallen hören können! Und es gab viel Beifall nach den einzelnen Vorträgen. Für den Frohsinn waren das neben den Liedern, die auch am Morgen in St. Paul gesungen wurden, 'Aeterne Rex' von Bardos, 'Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren' von Mendelssohn, 'Adoramus' eines unbekannten Komponisten, 'Ave Maris Stella', Satz: Herzog, und am Schluss 'Der Mond ist aufgegangen', Satz: Seifert.

Dieses deutsche Volkslied mit geistlichem Text setzte mit seiner Einfachheit, Schönheit und Ruhe einen tief bewegenden Schlusspunkt. Nachdem sich danach die Anspannung gelöst hatte, - auch 'Maestro' Pfeiffer schien zufrieden - wurden die Vorträge der anderen beiden Chöre verfolgt. Die Veranstaltung in der Kirche endete mit einer Überraschung, als Frohsinn-Vorsitzender Reinhard Weil eine kleine Dankesrede in italienischer Sprache hielt. Da waren selbst die Oppershofener baff - aber auch sehr stolz! Und unsere italienischen Freunde sah man tief beeindruckt. Beim anschließenden Beisammensein im Gemeindesaal im Ort wurden alle Teilnehmer des Konzerts mit einem kleinen, liebevoll hergerichteten Imbiss und dem obligatorischen Vino begrüßt. Den Sängerinnen und Sängern war die Erleichterung anzusehen, dass alles wunderbar geklappt hatte. Ein wenig radebrechend wurde dann versucht, etwas zu erfahren über die Chöre in Italien und Deutschland. Da es mit den Sprachen etwas haperte, bediente man sich schließlich der Sprache, die alle Anwesenden verstehen: der Musik. Verdis gemeinsam gesungener Gefangenenchor aus Nabucco (Italiens heimliche Hymne!) brach das Eis. Im Laufe des Abends wurde dann noch manches Lied angestimmt, und die meisten konnten mitsingen - 'O sole mio' z.B. kannten natürlich auch wir Deutschen! Wir verabschiedeten uns mit - wie könnte es anders sein? - 'Auf Wiedersehn'.

St. Peter - Vatikanstadt

St. Peter

Der Weg in den Petersdom führt nach hunderten von Metern Warteschlangen quer über den Petersplatz durch eine Sicherheitskontrolle, wie in Flughäfen üblich. Was einen dann erwartet, sind Menschenmassen, die sich durch die riesige Kirche schieben, dass man kaum in der Lage ist, alles zu sehen und aufzunehmen! Geschweige denn, die Kunstwerke mit Muße zu betrachten oder gar das zu tun, wofür eine Kirche ja gedacht ist: innezuhalten zu Besinnung und Gebet! Nachdem wir es am Tag zuvor in St. Paul ganz anders erlebt hatten, waren wir ziemlich schockiert! So richtige Andacht mochte da nicht aufkommen. Bei einem weiteren Besuch im Petersdom nach der Kuppelbesteigung konnten wir immerhin feststellen, dass ein kleiner Teil für die Öffentlichkeit abgetrennt war "zur Ausübung des Bußsakraments".

Zur Kuppel des Petersdomes kann man mit dem Aufzug fahren, muss danach aber trotzdem noch 320 Treppenstufen bewältigen. Wer das geschafft und dazu noch Sonnenschein und klare Sicht hat wie wir, wird mit einem herrlichen Ausblick belohnt. Unter uns konnten wir wie ein Spielzeugbrett den Petersplatz erkennen, dahinter die Stadt, in der Ferne die Albaner Berge, und auf der anderen Seite die Vatikanischen Gärten und ganz am Horizont das Meer. - In kleineren Grüppchen haben manche dann noch einen Gang durch die vatikanischen Museen und die Sixtinische Kapelle gemacht. Einige Teilnehmer berichteten, es sei schon ein Unterschied, die berühmten Deckengemälde von Michelangelo von Bildern zu kennen oder selbst darunter zu stehen. Sie seien überwältigt gewesen.

Albaner Berge

Albaner Berge

Der Ausflug in die Albaner Berge mit ihren kleinen Dörfern und Städtchen war natürlich ein Kontrastprogramm zur vor Menschen berstenden Großstadt Rom. In Castel Gandolfo, der Sommerresidenz des Papstes, legten wir einen Halt ein und steuerten dann unser eigentliches Ziel an, das Weingut des Grafen Moncada. Auf dem Anwesen dieses uralten Adelsgeschlechtes, das sich bis 800 n.Chr. zurückverfolgen lässt, fühlten wir uns in eine andere Welt versetzt. Der Graf selbst zeigte uns einige, zum Teil sehr alte Kunstschätze der Moncadas und ließ uns damit zugleich ein wenig Einblick nehmen in eine lange Familiengeschichte. Wie verzaubert fühlten wir uns danach beim Begrüßungstrunk auf der gräflichen Gartenterrasse (es war inzwischen dunkel geworden) und genossen den Ausblick.

Durch die Bäume glänzte die Mondsichel und ganz in der Ferne sah man die Lichter von Rom. Was lag da näher, als dass wir uns mit dem Lied 'Der Mond ist aufgegangen' bedankten! Graf Moncada betreibt übrigens einen ökologischen Wein- und Olivenanbau, lebt also durchaus in der Gegenwart, auch wenn die Vergangenheit in diesem Hause überall präsent ist. Ein Abendessen mit heimischen Spezialitäten in einer zum Gut gehörenden Trattoria war zugleich der Abschluss unseres Reise-Programms. Entsprechend fröhlich und ausgelassen war die Stimmung - und das nicht nur vom guten Wein!

Kolloseum Romreisende

Manch andere Sehenswürdigkeiten und Zeugnisse der Vergangenheit der Ewigen Stadt haben wir noch gesehen, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Mit und ohne Reiseführer, in kleinen oder größeren Gruppen, je nach Interesse und Kondition wurde jede Stunde genutzt. Alles schafft man wohl nie! Aber die berühmte Münze in den Trevi-Brunnen hat wohl jede(r) geworfen - soll heißen: "Rom, wir kommen wieder!"

Gruppenfoto Rom 1

Gruppenfoto Rom 2

Konzert Rom

Gruppenfoto Rom 3

News

  • Missa Salisburgensis in Dreieich und Bad Homburg

    Montag, 04.11.2019 20:00 Uhr St. Stephan Dreieich

    Dienstag, 05.1.2019 20:00 Uhr Erlöserkirche Bad Homburg

    Mehr...

Chorprobe

Dienstag von 20:15 bis ca. 22:00 Uhr

im Pfarrheim St. Bardo

Södeler Straße in Oppershofen

facebook

Besuche den Frohsinn auf facebook