Chronik

Das Weihnachtsoratorium 2006

Weihnachtsoratorium

Bachs Weihnachtsoratorium - ein Höhepunkt des Frohsinn-Festjahres

Mit einem glanzvollen Höhepunkt - der Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach - ging das Festjahr zum 125. Jubiläum des Gemischten Chores Frohsinn Oppershofen zu Ende. Am ersten Adventswochenende wurde dieses Werk für Chor, Orchester und Solisten unter der Leitung von Axel Pfeiffer in der St. Laurentius-Kirche in Oppershofen und der Heilig-Geist-Kirche in Friedberg aufgeführt und mit viel Beifall bedacht. Beide Konzerte waren gut besucht, hätten aber trotz allem noch ein paar mehr Zuhörer verdient gehabt.

Bachs Weihnachtsoratorium ist auch für den heutigen Menschen die musikalische Umsetzung des Weihnachtsgeschehens an sich und somit eine wunderbare Einstimmung auf die Advents- und Weihnachtszeit. Es ist kaum glaublich: die Musik zum Weihnachtsoratorium entstammt weitgehend "weltlichen" Glückwunschkantaten zu Geburtstagen am sächsisch-polnischen Hof zu Dresden mit zum Teil banalen Texten. Durch Umdichtung der Texte der Arien und festlichen Chöre, Einbindung in das Evangelium nach Lukas und Hinzufügen von Choralstrophen ist ein völlig neues Werk von einzigartiger Geschlossenheit entstanden. Diese Geschlossenheit stellt sich dem Hörer von heute noch wesentlich eindrücklicher dar als dem Leipziger Gottesdienstbesucher von 1734, der an jedem Weihnachtsgottesdienst nur eine einzige Kantate hörte.

Die drei Schichten des Oratoriums - Erzähler (Evangelist), Kommentator und Betrachter (Chöre, Arien) und Gemeinde (Choralverse) kamen unter Pfeiffers Leitung gut zum Ausdruck. Dabei hatte er nicht den Ehrgeiz, etwas "Neues" auf die Beine zu stellen. Ihm kam es auf die möglichst werkgetreue Interpretation an, in der Text und Musik sozusagen deckungsgleich sind. Die Mitwirkenden darauf einzustimmen, war ihm gut gelungen.

Der Gemischte Chor Frohsinn, durch etliche Gastsänger auf über 60 Mitglieder angewachsen, erfüllte die spektakulären Aufgaben der strahlenden Eingangs- und Schlusschöre souverän. Innere Beteiligung gab den Chorälen Lebendigkeit und natürlichen Fluss. Hier wurde vom Publikum besonders auch die Sprachverständlichkeit gelobt. Chor und Orchester vermochten scheinbar mühelos dem hohen Tempo zu folgen, das Pfeiffer vorgab. Auch dadurch entwickelte die Musik ihren festlichen und strahlenden Glanz.

Das Solistenteam war mit Anica Pfeiffer (Sopran), Bettina Kaspary (Alt), Christian Dietz (Tenor) und Johannes Schendel (Bass) von einer Ausgewogenheit, wie sie selten anzutreffen ist. Das klangvolle Streichorchester wurde von Ariane Köster angeführt. Martina Willnow am Cembalo leitete mit großer Sicherheit und Zuverlässigkeit die Continuo-Gruppe als homogenes Fundament. Neben dem Trompeter Kai Tobisch begeisterten solistisch Wilfried Horn auf der Oboe und Polina Savalseyeva auf der Flöte.

Die Aufführungen waren ein wahrhaft würdiger Abschluss des Frohsinn-Festjahres. Vorausgegangen waren intensive Proben, die im August mit einem Chorwochenende in Ilbenstadt begannen. Schon hier wurde bei manchem/r der Funke der Begeisterung für diese musikalische Herausforderung entzündet. Wiewohl auch hier und da Zweifel auftauchten, ob sich der Frohsinn damit nicht übernommen hatte... Er hatte es nicht - dank verlängerter wöchentlicher Chorproben, teilweise getrennt nach Frauen- und Männerstimmen, eines weiteren Chorsonntags und eines sehr geduldigen, aber auch unerbittlichen Axel Pfeiffer, der wusste, was er seinen Oppershofenern abverlangen konnte! Letztendlich konnten es die Sängerinnen und Sänger kaum erwarten, in den strahlenden Eingangschor einzufallen: "Jauchzet, frohlocket!"

Die bei der Friedberger Aufführung aufgenommene CD war schon nach kurzer Zeit vergriffen, eine Neuauflage ist aber schon in Auftrag gegeben.

von Margrit Schlagwein

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